Der Anfang dieser Geschichte mag gewöhnlich wirken. Doch wie eine Beziehung sich entwickelt, hängt auch davon ab, ob Menschen bereit sind, einander wirklich kennenzulernen.
In seinen Briefen stellte Roland kaum Fragen und wirkte auf Inna wenig interessiert. Sie fragte sich, ob ihr Kind dabei eine Rolle spielte und ob er zu ihr passte. Mitte Januar besuchte er sie. Schon beim zweiten Date sagte er, dass sie die Frau sei, die er gesucht hatte. Er war schlicht zurückhaltend und zeigte seine Gefühle nicht offen. Roland versprach, ihr bei ihren Angelegenheiten in der Ukraine zu helfen, damit sie zusammen sein könnten. Wegen starken Schneefalls blieb er drei statt zwei Wochen. Weitere Treffen überzeugten Inna von ihrer Verbundenheit, und er lud sie zu sich ein.
Nach vielen Skype-Gesprächen, an denen auch Innas Tochter teilnahm, reiste sie in die Schweiz. In seinem Haus zeigte Roland ihr ein völlig leeres Zimmer. Es sei für ihre Tochter, erklärte er: Sie könne es nach ihrem Geschmack einrichten und jederzeit bei ihnen wohnen. Sie sei immer willkommen. Diese Geste berührte Inna sehr, und bald heirateten sie.
Ihre Tochter lebt auf eigenen Wunsch vorerst weiter in der Ukraine. Doch für Inna bedeutet es viel zu wissen, dass ihr Lebenspartner ihr Kind wie sein eigenes annimmt.



